Herpa : Miniaturmodelle aus Leidenschaft
Über Herpa:
Die Herpa Miniaturmodelle GmbH ist Markt- und Innovationsführer bei besonders originalgetreuen, anspruchsvollen PKW-, LKW- und Flugzeugmodellen in exakten Verkleinerungsmaßstäben von z.B. 1:87, 1:200 und 1:500.
Herpa-Modelle werden leidenschaftlich gesammelt und sind bei Modelleisenbahnern ebenso beliebt wie bei Unternehmen aller Branchen, die sie für Werbung und Merchandising verwenden.
Durch die Zusammenarbeit mit namhaften Auto- und Flugzeugherstellern sowie führenden Unternehmen der Verkehrs- und Logistikbranche schafft Herpa ein vielfältiges Produktangebot sowohl moderner als auch historischer Vorbilder.
Die aktuelle Herpa-Collection umfasst mehr als 1.500 lieferbare Modelle die über den Modellfachhandel bzw. ein internationales Händlernetz zum Kunden kommen.
Am Stammsitz von Herpa im fränkischen Dietenhofen und im Herpa-Werk in Ungarn sind rund 200 Mitarbeiter tätig. Neben den Bereichen Entwicklung, Produktion, Lager, Verwaltung und Vertrieb befindet sich hier auch das Herpa Miniaturen-Museum mit eigener Verkaufsausstellung.
Historie:
Die Geschichte von Herpa beginnt – wie bei vielen bekannten Firmen – mit Produkten, die sie schon lange nicht mehr herstellt. Wilhelm Hergenröther ist Erfinder mit über 100 Patenten in den unterschiedlichsten Bereichen. Seine neue Firma soll diese Patente vermarkten, wenn auch längst nicht alle Ideen von Hergenröther wirtschaftlich umsetzbar sind. Gegründet wird das Unternehmen 1949 in Nürnberg, am 8. Juli 1957 wird die Produktion ins Altmühltal verlegt. Beilengries bietet sich an, da es nach dem Krieg nicht zerbombt ist, der Versand bleibt in Nürnberg. Damals ist die Produktionsstätte in der Dr. Thenn-Straße 5 außerhalb am westlichen Rand vom Ort.
Der Name Herpa ist übrigens eine damals gern gewählte Kurzform von Hergenröther Patente. Produziert wird Modellbauzubehör, eine Branche die Ende der 1940er Jahre noch sehr klein ist, aber ein starkes Wachstum verspricht, denn die Zahl der „Bastler“ nimmt von Jahr zu Jahr stark zu.
Entsprechend handwerklich geprägt ist die Produktion. Die Belegschaft umfasst damals 20 Angestellte (vorwiegend Frauen), die für die knifflige Montage und Färbung der Minibäume das richtige Fingerspitzengefühl mitbringen. Die Zahl der Beschäftigten steigt bis Ende 1966 auf 39, es werden vor allem Saisonkräfte beschäftigt. Herpa stellt in dieser Zeit vor allem Streumaterial, Grasmatten, Büsche, Hecken und Bäume her, um Landschaften in Miniatur nachzubauen. Tannenbäume werden aus kleinen Drahtbürsten maschinell gedrillt, der anschließende kegelförmige Schnitt zu einem „Baum“ ist noch reine Handarbeit und bedarf etwas Geschick. Anschließend werden sie beflockt. In Hochzeiten entstehen so bis zu 30.000 Bäumchen pro Woche!
Der zweite Anfang:
Genaugenommen gibt es zwei Anfänge der Firma Herpa. Zum einen 1949 die Gründung der „Firma Wilhelm Hergenröther Qualitätsspielwaren“ in Nürnberg. Zum anderen gründet Fritz Wagener 1961 ein Kunststoffunternehmen in Nürnberg, dass später Herpa übernimmt und zu dem ausbaut, was das Unternehmen heute ist.
Fritz Wagener hat sich nach Kriegsende ein kleines Ingenieurbüro aufgebaut, mit Kontakt zur Fotoindustrie in Nürnberg. Nach kurzer Zeit wird er bei den Bolta-Werken festangestellt, erst als Konstruktionsleiter, später als Betriebsleiter. Durch diese Tätigkeit kommt er öfter nach Amerika, die in der Spritzgussverarbeitung bereits deutlich weiter entwickelt sind, als Deutschland. So kann er sein Know-how erweitern. Gedrängt von einigen Freunden, macht er sich in der Folge wieder selbstständig, erste Aufträge kommen vom Camerawerk Braun.
Am 15. März 1961 meldet Ingenieur Fritz Wagener sein Unternehmen RIWA in Nürnberg an. Eigentlich soll das Unternehmen FRIWA heißen, ein Kunstwort aus den Anfangsbuchstaben vom Vor- und Nachnahmen Wageners, doch es gibt bereits ein Unternehmen für Friseurwaren mit diesem Namen. Ganz pragmatisch streicht Wagener den ersten Buchstaben, und so ist RIWA gegründet.
Das Unternehmen beginnt mit der Produktion von Kunststoffteilen für die Fotoindustrie, etwa Diarähmchen, Zahnräder oder Lufträder für Ventilatoren. Der erste Produktionsstandort ist in einer ehemaligen Autowerkstatt in Nürnberg-Schweinau. Nachdem die Firma 1964 aus allen Nähten platzt, findet man in Dietenhofen einen neuen Standort und baut eine 1.000 m² große Halle. Der Umzug erfolgt 1965
Das zweite Standbein:
Als Unternehmer ist Fritz Wagener die Abhängigkeit von einem großen Kunden aus der Fotoindustrie zu gefährlich. Er sucht ein weiteres Standbein im Bereich Kunststoffspritztechnik, um unabhängiger zu werden. 1964 entsteht der Entschluss, Herpa zu übernehmen. Das Zubehör für Modelleisenbahnen ist für Wagener ein günstiges Fertigungsprogramm zu seinem eigenen Know-how.
Ein Jahr später ist die Übernahme perfekt, und so wird in Dietenhofen unter dem Namen RIWA weiterhin Zubehör für die Fotoindustrie produziert, und unter dem Namen Herpa Zubehör für die Modelleisenbahn. In der Folge werden die weiteren Herpa-Standorte in Beilngries (Produktion) und Nürnberg (Verkauf und Versand) aufgelöst, übergangsweise sind im Saalbau Link in Dietenhofen provisorisch Lager und Versand untergebracht. Wilhelm Hergenröther arbeitet noch eine Zeitlang bei Herpa als Angestellter, bevor er das von ihm gegründete Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Im Mai 1969 wird Sohn Dieter Wagener kaufmännischer Leiter bei Herpa.
Fritz Wagener erweitert das Herpa-Programm, als erstes Unternehmen überhaupt stellt es ab 1967 Zubehör für elektrische Autorennbahnen her, wie Zuschauertribüne, Rennboxen, Absperrzäune, Figuren oder einen Zeitnehmerturm.
Ein Jahr später kommen Gebäudebausätze für die Modelleisenbahn im Maßstab 1:160 (Nenngröße N) hinzu – Berghotel, Bergkirche und Berghäuser sowie Lokschuppen oder Ausschmückungsteile. Bereits diese sind so detailliert, dass sich Herpa schnell einen guten Namen in der Branche erarbeitet.
... und nun Modellautos:

